Dr. Jörg Franke

"Datenmodellierung in der Klimaforschung"

Donnerstag, 22. Februar 2018

Jörg Franke

Vom einfachen Regressionsmodell bis zum komplexen Wettervorhersagemodell und von der letzten Eiszeit bis in die Zukunft

Die Datenmodellierung ist ein wichtiger Bestandteil der Klimaforschung. Je nach Zeithorizont und Fragestellung kommen Modelle diversester Komplexität zum Einsatz. Etwa um aus der Dicke von Baumringen Rückschlüsse auf Temperatur und Feuchte während der Sommermonate zu ziehen, werden in der Paläoklimatologie einfache lineare Regressionsmodelle genutzt. Am anderen Ende des Spektrums nutzen Meteorologen räumlich und zeitlich hochaufgelöste Wettervorhersagemodelle, die riesige Datenmengen von Satelliten und vom globalen Messstationenetz für eine gute Vorhersage benötigen.

Der Vortrag soll einen Einblick in die grundsätzliche Funktionsweise der Klimamodellierung gewähren und aufzeigen, welchen Erkenntnisgewinn sie uns erlaubt bzw. wo zurzeit deren Grenzen liegen.

Franke erlangte sein Diplom in physischer Geografie an der Universität Hannover und promovierte in Bremen. Er arbeitet als Spezialist für geografische Informationssysteme in Australien und in einem Ingenieurbüro in Deutschland, bevor es ihn für ein Postdoc an die WSL nach Birmensdorf und damit in die Schweiz zog. Seit 2011 arbeitet Franke in Bern, wo er am Oeschger-Zentrum für Klimaforschung und am Geografischen Institut der Universität Bern forscht und doziert. Sein Forschungsschwerpunkt sind modellbasierte Rekonstruktionen des Klimas der vergangenen Jahrhunderte zum besseren Verständnis der natürlichen Klimavariabilität.